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Das Institut für Neutestamentalische Textforschung


Bild: Editio Critica Maior

Im Zentrum der Arbeit des Institutes für Neutestamentliche Textforschung der Universität Münster steht die Erforschung der Textgeschichte des Neuen Testaments und die Rekonstruktion seines griechischen Ausgangstextes auf der Basis der gesamten handschriftlichen Überlieferung, der frühen Übersetzungen und patristischen Zitate.

 

Aus dieser Arbeit geht die Editio Critica Maior hervor, die 2007 von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste unter ihre Langzeitprojekte aufgenommen wurde. Darüber hinaus stellen wir der neutestamentlichen Wissenschaft eine Reihe weiterer Editionen und Hilfsmittel zur Verfügung, darunter die als Nestle-Aland und Greek New Testament bekannten Handausgaben.

Im Bibelmuseum, das dem Institut angeschlossen ist, werden die Ergebnisse der Arbeit einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Zum Institut für Neutestamentliche Textforschung

 

Geschichte

Das Institut für Neutestamentliche Textforschung (INTF) wurde 1959 in Münster von Prof. D. Kurt Aland, D.D., D. Litt. (1915-1994) gegründet. Seit den 50er Jahren hatte Aland bereits am Novum Testamentum Graece von Eberhard und Erwin Nestle mitgearbeitet. Im INTF wurde diese Handausgabe dann weiter revidiert und ediert und wurde als Nestle-Aland zum Markenzeichen des Instituts.

1966 kam als zweite Handausgabe das für Übersetzer vorgesehene Greek New Testament hinzu. Eine neue Textrekonstruktion, bei der den großen Papyrusfunden des 20. Jahrhunderts besondere Bedeutung zukam, erfolgte in der 26. Auflage des Nestle-Aland und in der dritten Auflage des Greek New Testament. Beide Ausgaben sind seitdem textidentisch, bieten aber unterschiedliche Apparate.

Hauptziel des Instituts war jedoch die sog. Editio Critica Maior, die die gesamte Überlieferung des Neuen Testaments in griechischen Handschriften, alten Übersetzungen und neutestamentlichen Zitaten in antiker christlicher Literatur zugrundelegt. Voraussetzung für die Realisierung dieser Aufgabe war die Sichtung und Auswertung der gesamten handschriftlichen Überlieferung des griechischen Neuen Testaments.

Unter der Leitung von Kurt Aland erfolgte also zunächst in Vorbereitung auf die Editio Critica Maior die möglichst vollständige Sammlung des Materials (zum Teil auf ausgedehnten Handschriftenreisen) und seine Auswertung in Einzeleditionen und Spezial­untersuchungen.

Einen Freund und Förderer fand Kurt Aland in Bischof Hermann Kunst. Die von ihm 1964 ins Leben gerufene Stiftung, seit 1977 “Hermann Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung”, gewährt dem Institut seitdem entscheidende finanzielle Unterstützung.

1979 wurde von Kurt Aland das Bibelmuseum gegründet, das die Arbeit des Instituts auch einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt.

1983 folgte Frau Prof. Lic. Dr. Dr. h.c.Barbara Aland D.D., D. Litt. ihrem Mann in der Institutsleitung. Unter ihrer Ägide wurde die Auswertung des Materials weiter geführt und der Wissenschaft in vielen Veröffent­lichungen zugänglich gemacht. 1997 konnte dann die erste Lieferung der Editio Critica Maior mit dem Jakobusbrief erscheinen. Barbara Aland hat das Institut bis 2004 geleitet.

Seit Oktober 2004 leitet Prof. Dr. Holger Strutwolf Institut und Bibelmuseum.

2007 wurde das Projekt der Editio Critica Maior in das Programm der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen. Im folgenden Jahr wurde die Arbeitsstelle “Novum Testamentum Graecum - Editio Critica Maior” an der Universität Münster eingerichtet.

Profil


Geschichte der Überlieferung des Neuen Testaments
Die Aufgabe des Instituts für Neutestamentliche Textforschung (INTF) besteht darin, die Geschichte der Überlieferung des Neuen Testaments in seiner griechischen Ursprache umfassend zu dokumentieren und zu erforschen.
 
Liste der griechischen Handschriften des NT

Das INTF führt die so genannte Handschriftenliste, in der sämtliche neutestamentlichen Handschriftenbestände mit ihren Grunddaten katalogisiert sind. Hier werden – insbesondere bei Neufunden – die international gültigen Bezeichnungen für diese Manuskripte vergeben.

Rekonstruktion des Ausgangstextes
Hauptziel ist es, erstmals in Kenntnis des gesamten heute verfügbaren Materials ein Bild von der Textgeschichte zu gewinnen und auf dieser Basis den Ausgangstext der neutestamentlichen Überlieferung zu rekonstruieren. Das Ergebnis der Arbeit wird in der Editio Critica Maior publiziert.

Wissenschaftliche Handausgaben und Hilfsmittel

Bekannt ist das INTF seit langem durch die hier betreuten wissenschaftlichen Handausgaben (Nestle-Aland, Greek New Testament, Synopse) und Hilfsmittel für die Arbeit am Text (Konkordanzen, Bauer-Aland). Die Handausgaben werden fortgeführt und werden zunehmend von den im Rahmen der Editio Critica Maior gewonnenen Erkenntnissen profitieren, aber neben sie treten nun auch die digitale Edition und Transkripte wichtiger Handschriften im Internet sowie ein virtueller Handschriften-Lesesaal.

Arbeiten zur neutestamentlichen Textforschung

Unter diesem Titel gibt das INTF eine eigene Publikationsreihe heraus. In ihr werden vor allem die Forschungsergebnisse und Untersuchungen aus dem Bereich der verschiedenen Projekte des INTF veröffentlicht.

Bibelmuseum

Von hoher Bedeutung ist auch, dass das INTF durch das angeschlossene Bibelmuseum und diverse Ausstellungen außerhalb des Hauses eine Öffentlichkeit über die Wissenschaft hinaus erreicht.


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