Das Handbuch der historischen Buchbestände

 

versteht sich als Inventar zu dem vom Beginn des Buchdrucks bis zum Ausgang des neunzehnten Jahrhunderts erschienenen Schrifttum, soweit dieses in allgemein zugänglichen Bibliotheken aufbewahrt wird. Zu historischen Beständen rechnen Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Musikdrucke, Karten und ephemeres Schrifttum. Handschriften bleiben außer Betracht. Das deutsche und das österreichische Handbuch beziehen Bestände jeglicher Provenienz ein und berücksichtigen in gleicher Weise deutsches und fremdsprachiges Schrifttum. Das Handbuch deutscher historischer Buchbestände in Europa beschränkt sich auf Drucke, die im deutschsprachigen Raum entstanden sind (gleich in welcher Sprache) und auf deutschsprachiges Schrifttum, das seinen Ursprung außerhalb des deutschsprachigen Raumes hat. Es gliedert sich in drei Abteilungen.

Das deutsche und das österreichische Handbuch beziehen alle Bibliothekstypen ein - von den National-, Staats- und Universitätsbibliotheken über die Regional- und Stadtbibliotheken bis zu Schul-, Kirchen- und Klosterbibliotheken. Das deutsche Handbuch verzeichnet rund 1500 Bibliotheken, das österreichische mehr als 250. Beide Handbücher tragen in ihrer Anlage dem regionalen Charakter des Bibliothekswesens in Deutschland und Österreich Rechnung. Das Handbuch deutscher historischer Buchbestände in Europa wählt, nach den Gegebenheiten in den einzelnen Ländern, die Bibliotheken aus, die besonders große und besonders signifikante Bestände aufweisen.

Das Handbuch der historischen Buchbestände ist als ein neuartiges Instrument für die wissenschaftliche und bibliothekarische Arbeit gedacht. In Form von deskriptiven Übersichten identifiziert es in den einzelnen Bibliotheken Bestandskomplexe und erschließt diese in dem dazugehörigen bibliothekshistorischen und bibliothekssystematischen Kontext. Seine Inventarisierungsabsicht richtet sich nicht, wie die von Verzeichnissen und Katalogen, auf den einzelnen Titel, sondern auf die Bestandsgruppen als jene größeren Einheiten, deren Ensemble den Charakter einer Bibliothek ausmacht, ihre Eigenart konstituiert und ihre spezielle Leistungsfähigkeit begründet.

Das Handbuch ist eine Gemeinschaftsarbeit von mehr als 1500 Mitarbeitern. In der Regel sind die Beiträge von Bibliothekaren verfaßt, die aufgrund langjähriger Vertrautheit mit den Beständen als die besten Sachkenner zu gelten haben. Das Handbuch sieht für jeden Eintrag fünf Abschnitte vor, die einerseits einen festen Rahmen bilden, zugleich aber flexibel genug für die Vielfalt der aufzunehmenden Bibliothekstypen sind. Auf administrative Angaben folgen jeweils eine Bestandsgeschichte und eine Bestandsbeschreibung, die als chronologische und systematische Übersicht über die Bestände das Kernstück des Eintrags ausmacht. Der dritte Abschnitt gibt eine Übersicht über die Kataloge, und die beiden letzten bieten bibliographische Auskunft über Quellen und Darstellungen zur Bibliotheksgeschichte und über Veröffentlichungen zu den Beständen.

Das Handbuch der historischen Buchbestände wurde von der Volkswagen-Stiftung im Rahmen ihrer Schwerpunktförderung "Beispiele Kulturwissenschaftlicher Dokumentation" gefördert. Die Arbeiten, die bis zum September 1999 am Institut für Buchwissenschaft und Textforschung , danach am Englischen Seminar der Universität Münster durchgeführt wurden, kamen im Juli 2001 zum Abschluß. Das Werk ist in 3 Abteilungen erschienen. Eine detaillierte Aufstellung findet sich auf der Produktseite des Georg Olms Verlag Hildesheim.