Leibnizpreis-Forschungsstelle ALEA



Arabische Literatur und Rhetorik Elfhundert bis Achtzehnhundert

Die Leibnizpreis-Forschungsstelle ALEA an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) widmet sich der arabischen Literatur und Rhetorik der späteren Jahrhunderte, die bislang weitgehend vernachlässigt wurden. Grund dafür ist die dominante, ursprünglich westlich-kolonialistische, aber von arabischen Eliten rasch übernommene Vorstellung, einem frühen „Goldenen Zeitalter“ sei eine lange Zeit der Stagnation und des Niedergangs gefolgt, bis im 19. Jh. das islamische Dornröschen von den westlichen Kolonialmächten wachgeküsst wurde.

Dieses Dekadenzkonzept ist nicht nur unzutreffend, sondern hat bis heute politisch manifeste Folgen in  arabischen Ländern. So macht etwa die Fixierung auf ein „Goldenes Zeitalter“ eine Anknüpfung an die Geschichte problematisch und begünstigt ideologische Verzerrungen verschiedenster Art. Vor allem aber stehen diese Vorurteile der Rezeption ganzer literarischer Epochen im Wege, in denen einige der faszinierendsten literarischen arabischen Texte verfasst wurden.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass etwa das 13. und 14. Jahrhundert in Syrien und Ägypten eine literarische Blütezeit sondergleichen war, in der nicht nur die komplexesten und raffiniertesten hochliterarischen Texte entstanden, sondern ein breites literarisches Leben herrschte, an dem auch Handwerker wie der Baumeister al-Mi ́mār und Händler teilhatten.

Dennoch sind zahlreiche Schlüsseltexte dieser Zeit noch nicht ediert, geschweige denn Gegenstand  wissenschaftlicher Forschung geworden. Eine bessere Kenntnis der Literatur und Rhetorik dieser Zeit wird unser Verständnis der arabischen Literaturgeschichte sowie der islamischen Kulturgeschichte wesentlich verändern. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Projektflyer.