PATENT-MINING im Projekt PATENTReiferei
Das Patent-Mining hat seinen Ursprung im Ideen-Mining, ein von der WWU Münster entwickeltes Kreativworkshop-Konzept. Die Ideen-Mining-Workshops werden von einem Unternehmen, einer Organisation, Kommune oder einem anderen Institut in Auftrag gegeben. Ein interdisziplinäres Team entwickelt Ideen für bestehende Probleme oder Fragestellungen des Auftraggebers. Die zehn- bis zwölfköpfigen Teams setzen sich aus Mitarbeitern des Auftraggebers sowie Studierenden der Hochschule zusammen. Die professionell moderierten Workshops dauern in der Regel einen Tag (acht Stunden). Die Besonderheit des Ideen-Minings liegt in der Nutzung von Synergieeffekten, die in den interdisziplinären Teams durch wechselseitige Anregung entstehen. Auch die neue, unbeeinflusste Sicht auf Probleme, die einen nicht direkt betreffen, spielt eine Rolle bei der Findung kreativer Ideen.
Aus dem Ideen-Mining wird innerhalb des Projektes PATENTreiferei® ein Patent-Mining entwickelt.
Über das Konzept des Patent-Minings soll fallweise für Hochschulpatente und auf freiwilliger Basis eine Verwertungsstrategie entwickelt werden. Dies soll analog zum Ideen-Mining in interdisziplinären Teams unter der Beteiligung der Erfinder, der Leitungen/Mitarbeiter der Transfereinrichtungen, der Vertreter der beauftragte Patentverwertungsagentur, Wissenschaftler und Studenten geschehen. Das Patent-Mining ist somit ein eigenständiges Instrument im Rahmen des Projektes PATENTReiferei® zur Reifung von hochschuleigenen Patenten/Erfindungen.
2009 haben zwei Patent-Minings stattgefunden. Weitere Veranstaltungen sind für 2010 geplant.
Der klassische Ideen-Mining-Prozess führt durch viele Ideen zu der Lösung einer Fragestellung. Beim Patent-Mining werden hingegen, ausgehend von einer technischen Lösung (Patent), Produkt- und Anwendungsfelder in verschiedenen Branchen aufgespürt. 
Beim Patent-Mining geht es somit in erster Linie um die inhaltliche Weiterentwicklung, weniger um die reine Ideenfindung. Es hat sich gezeigt, dass die Durchführung des Patent-Minings mit Teilnehmern mit technisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund zielführender ist als ein Team, das vorwiegend aus Studierinneenden besteht. Beim Ideen-Mining soll bei der Ideenfindung der Abstand der Teilnehmer zur Thematik die Kreativität fördern. Beim Patent-Mining ist es produktiver, wenn die Teilnehmer vom Fach sind. Zu Beginn jeder Veranstaltung unterzeichnen alle Teilnehmer eine Geheimhaltungsvereinbarung.
Das Patent-Mining soll aktivierende Prozesse in Gang setzen, d.h. latentes Wissen in konkrete Ideen/Konzepte fassen. Außerdem trägt das Patent-Mining zu einem Verbreitungsprozess innovativer Ideen unter den Mitarbeitern und Studierenden der Universität bei und lässt erfindende Personen als „role models“ fungieren. Der Spaß an Technik, Innovation und Entwicklung kreativer neuer Konzepte wird systematisch gefördert.
Ansprechpartner:
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Susanne Föhse
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