Geistreich! Kirchen im Wandel!

Perspektivwechsel und Wandlungsprozesse anhand der Bonifatiuskirche

„Sind Sie in einer Kirche? Oder befinden Sie sich Ihrer Ansicht nach in einem Verlagshaus? Was meinen Sie? Und vor allem: Fühlen Sie sich hier wohl?“ Mit diesen Fragen an sein Publikum begann Dr. Hans-Josef Joest am 21. Januar seinen Vortrag zur Umnutzungsgeschichte der Bonifatiuskirche und zum Konzept des Dialogverlages: Früher Haus des Gottesdienstes ist die Bonifatiuskirche heute der Sitz des Verlags.

Die Zuhörer erhielten einen Einblick in die Überlegungen des Architektenehepaares Eberhard M. Kleffner und Christa Kleffner-Dirxen zur ursprünglichen Konzeption der Kirche am Ring: Nach dem 2. Vatikanischen Konzil drückten sich die neuen Gedanken auch in der Architektur aus und so wurde die Bonifatiuskirche zu einem bedeutenden Zeugnis für den katholischen Kirchenbau der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Münster und in der Region. Zahlreiche Wandlungsprozesse griffen seitdem ineinander und hatten zur Folge, dass das Gotteshaus zum Verlagshaus wurde. Dem Publikum wurden die Wandlungsprozesse im Zeitraffer vor Augen geführt. 


Für Wissbegierige wird hier der Zeitraffer entschleunigt, Dr. Hans-Josef  Joest setzt die genauen Überlegungen des Architekten-Ehepaares Kleffner-Dirxen mit den Sechzigerjahren in Bezug und erläutert auch, welcher Wandel die Entwicklung des dialog verlages bestimmte. 

Bernhard Busch, Architekt der Firma agn Paul Niederberghaus, begleitete den Umbauprozess; er erläuterte die architektonischen Herausforderungen, die sich bei einer Kirchenumnutzung stellen. Die Zuhörer beantworteten die Frage, ob sie sich in einer Kirche oder einem Verlagshaus fühlten, recht unterschiedlich: Für viele war es eine Frage der Perspektive im Gebäude. Die Möglichkeit, die Perspektive im Raum im Anschluss durch einen Rundgang zu verändern, wurde daher auch gern genutzt.

Die AFO freute sich sowohl über das rege Interesse und die Nachfragen aus dem Publikum als auch über die positive Resonanz auf die „Geistreich! Kirchen im Wandel“-Veranstaltung. So schrieb ein Besucher: „Ich habe die öffentliche Veranstaltung wahrgenommen – und war begeistert! Gern würde ich an Nachfolgeveranstaltungen dieser Art teilnehmen.“
 

Geistreich!

Der Geist weht, wo er will – Neuer Geist in alten Kirchen

Der Geist weht, wo er will. Unter diesem Motto wurde die Öffnung von Kirchen für neue Nutzungsvorhaben diskutiert. Den Anstoß für das Kolloquium gab die Ausstellung „Kirchen öffnen und erhalten“ im Haus der Evangelischen Studierendengemeinde Münster (ESG), am Breul 43, die bis zum 19. Juni dort zu sehen war.

Welche Kriterien sollten bei den angestoßenen Prozessen zur erweiterten Kirchen-Nutzung und bei einer vollständigen Kirchen-Umnutzung bedacht werden? Was machen alte, geschichtsträchtige Kirchen interessant für die, welche eine Umnutzung vornehmen? Welche theologischen, sozialwissenschaftlichen und ethnologischen Aspekte kommen zum Tragen? Es wurde auch der Frage nachgegangen, inwieweit räumliche Veränderungen und Grenzen, die dabei überschritten werden, eine kreative Dynamik freisetzen können. Mit diesen und anderen Fragen rückten Kirchen in den Fokus der Wissenschaft und in den Blickpunkt des Kolloquiums.

Das Kolloquium des Evangelischen Forums Münster, der Evangelischen Akademikerschaft in Deutschland sowie der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster ging diesen Fragen nach. Es fand am Donnerstag, den 18. Juni im Haus der ESG statt.

Hörbeitrag: "Musik auf Rädern" als Beispiel einer erfolgreichen geisteswissenschaftlichen Ausgründung (ca. 6:30 Min.)


AFO bloggt im Wirtschaftsmagazin existenzielle Wirtschaftsmagazin existenzielle

Die Expedition Münsterland bei ...

Facebook

Impressum | © 2013 Universität Münster
Arbeitsstelle Forschungstransfer
Robert-Koch-Straße 40
· 48149 Münster
Tel.: +49 251 83-32221 · Fax: +49 251 83-32123
E-Mail: uvafo@uni-muenster.de