Forschung und Kunst
Wissenschaft und Kunst - was hat das miteinander zu tun? Die AFO nutzt Synergieeffekte, die bei der Zusammenführung beider Bereiche entstehen, und unterstützt Projekte, in denen sich Wissenschaft und Kunst begegnen. Auch in der AFO selbst begegnen sich Kunst(ler) und Wissenschaft(ler) - z.B. in Skulpturen oder Bildern.
Gedanken zur Skulptur „Mauer“ von Prof. Dr. Erwin-Josef Speckmann
Mauern
gewähren dem menschlichen Körper Schutz vor schadenden Umwelteinflüssen
– Häuser sind aus Mauern gebaut. Auch innerhalb des menschlichen
Körpers existieren Mauern – das Gehirn ist von der Bluttbahn durch eine
Mauer, durch die Blut-Hirn-Schranke getrennt. Mauern sind wesentlich
für unser Leben.
Aber: Mauern müssen durchlässig sein; sonst
wird das Haus zum Gefängnis, das Frühstücksbrötchen gelangt nicht in
das Gehirn und folglich geht den Nervenzellen die Energie aus. Diese
Mauer ist von Rost überzogen. Rost ist ein Zeichen von Verfall.
Aber:
Rost ist auch ein Zeichen von Leben. Wie eine eng anliegende Haut
überzieht er die Skulptur; in Abhängigkeit von Feuchte und Licht und
Temperatur ändert die Rost-Haut ihre lebende Erscheinung wie unsere
Haut. Mauer und Rost: Vorteil und Nachteil, Notwendigkeit und Gefahr –
ein endloses Spannungsfeld.
Musen-Kuss: AFO-Kooperation mit Schöppingen
Die Stiftung Künstlerdorf Schöppingen ist seit Jahren enger Kooperationspartner der AFO im Schnittstellenbereich Wissenschaft-Kunst-Wirtschaft. Diese Partnerschaft vermittelt u.a. Kontakte für Stipendiaten der Stiftung in die Institute der WWU, z.B. der Rechtsmedizin oder der Botanik. 2008 materialisierte sich diese fruchtbare Austauschbeziehung erneut: In einem neu geschaffenen Modellprojekt wurden ab Mitte 2008 in der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen erstmals Stipendien eingerichtet, die künstlerische Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft fördern. Dieses Modellprojekt wird vom Ministerpräsidenten des Landes NRW gefördert. Die AFO ist Jurymitglied bei der Auswahl der Stipendiaten. Das Interesse an der Verzahnung von Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft ist groß: Die erfolgreichen Projekte aus dem Jahre 2007 wurden u.a. erneut auf der ISEA 2008 (International Symposium on Electronic Arts) vorgestellt und werden voraussichtlich auch 2009 erneut in Westfalen zu sehen sein. Es handelt sich um die Projekte Patentamt für Visionen und ‚Second Art in Second Life’, eine Kooperation mit dem European Research Center for Information Systems.

