Geschichtswerkstatt „Leben im Kalten Krieg im Münsterland“

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© AFO WWU

Gemeinsam mit der Gemeinde Saerbeck und dem Historischen Seminar der WWU hatte die Arbeitsstelle Forschungstransfer zur ersten Geschichtswerkstatt zum Thema „Leben im Kalten Krieg im Münsterland“ in die Saerbecker Energiewelten (außerschulischer Lernstandort im Bioenergiepark Saerbeck) eingeladen. Gefolgt sind dieser Einladung Teilnehmer unterschiedlichster Couleur: Aktivisten der Friedensbewegung, Ratsmitglieder, Historiker, ehemalige zivile Verwaltungsangestellte des Munitionsdepots, ehemalige Offiziere der Bundeswehr, Mitglieder des Heimatvereins und der Heimatverbände, Lehrer und Schüler der Gesamtschule sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Eröffnet wurde der Workshop durch den Saerbecker Bürgermeister Wilfried Roos mit einem Überblick über die Geschichte bis hin zur heutigen Nutzung des ehemaligen Munitionsdepots, gefolgt von dem Leiter der AFO, Wilhelm Bauhus, der die Ziele und Anliegen der Geschichtswerkstatt skizzierte, das lokale und regionale Gedächtnis zu vitalisieren und geeignete Formate für ein lebendiges Erinnern zu erarbeiten.

Nach einer drei-schnittigen Einführung (1. Internationale Entwicklung – 2. deutsche Entwicklung – 3. Westfalen und das Münsterland) in das Thema Kalter Krieg durch Frau Dr. Bloch-Pfister, Journalistin für historische Kommunikation, führte der ehemalige Standortkommandant Jürgen Schulze die Teilnehmer über das Gelände. Einblicke in das aktuelle Innenleben der insgesamt 74 mächtigen Bunker gab es bei den beiden AFO-WWU Bunkern, die heute u.a. für Seminare und Ausstellungen genutzt werden.

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Nach der sowohl theoretischen als auch praktischen Heranführung an das Thema, fand am Nachmittag der herausfordernde Teil des Tages statt, ein Ideen Mining, dass es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Potentiale dieses heterogenen Teams zu  nutzen und in immer wieder wechselnden Kleingruppen Konzepte zu erarbeiten, die die Anliegen sowohl der Bürgerinnen und Bürger als auch der Forschenden der WWU mit den lokalen und regionalen Orten des Kalten Krieges widerspiegeln. Eine Vielzahl an potentiellen Forschungsorten wurde identifiziert – u.a. Saerbeck (Munitionsdepot), Schirlheide (Munitiotionslager), Handorf (Raketen-Abschuss-Station), Schöppinger Berg (Raketenstellung)und einige mehr. Einige hochinnovative und realitätsnahe Präsentationskonzepte wurde in kreativer Schwerstarbeit entwickelt und vorgestellt und hoffen darauf, in naher Zukunft in die Umsetzung zu gehen.

Die rege Beteiligung von Jung und Alt an dieser ersten Geschichtswerkstatt zu dem Thema „Leben im Kalten Krieg“ bestätigte die Vermutung der Gemeinde Saerbeck, des Historischen Seminars und der Arbeitsstelle Forschungstransfer der WWU, das dieses Thema auf großes lokales und regionales Interesse stößt und es einer adäquaten, zeitgemäßen Aufarbeitung bedarf, sowohl aus wissenschaftlicher wie aus bürgerlicher Sicht. Was liegt also näher, als ein bürgerwissenschaftliches Projekt ins Leben zu rufen. Die Arbeitsstelle Forschungstransfer wird im Laufe des Jahres 2017 geeignete Förderungsmaßnahmen im Bereich Citizen Sciences recherchieren.